Die Weiterbildungsveranstaltungen zu ausgewählten Themenkomplexen aus den Bereichen Musiktherapie, Krankheitslehre, Pädagogik, Musikgeschichte, Berufsrecht etc. sind ein wahlobligatorisches Zusatzangebot für die Ausbildungsteilnehmer. Für zertifizierte MusiktherapeutInnen der DMVS dienen sie der notwendigen Weiterbildung für die Mitgliedschaft im Nationalen Register. Sie sind gleichzeitig offen für alle Interessierten aus Therapie, Pädagogik und angrenzenden Fachgebieten.

Nähere Informationen zu den Weiterbildungsveranstaltungen

Geschichte ist gesammeltes Leben einer vergangenen Zeit. Sie kann uns heute nahekommen, wenn wir uns mit ihren Lebensäußerungen beschäftigen. Musik ist wie kein anderes Medium dazu angetan, Vergangenes lebendig zu machen und es im Kontext der Zeit seiner Entstehung zu entdecken und zu verstehen.
Gerade für Musiktherapeuten ist dieser Ansatz wichtig, denn er sieht Musik in ihrer Spezifik und Struktur auch als Ausdruck der Gesellschaft und nicht nur ihres genialen Schöpfers. In der Spezialveranstaltung soll diese Thematik für unterschiedliche Zeitepochen näher beleuchtet und die sich daraus ableitenden therapeutischen Potenzen für die Rezeption (das Hören) von Musik diskutiert werden. Desgleichen soll auch das Verständnis dafür entwickelt werden, weshalb andere Musik mit historischer Bedeutung keine Anwendung in der Musiktherapie finden kann bzw. finden darf.
Im Weiteren soll erarbeitet werden, aus welchen musikalischen und gesellschaftlichen Wurzeln heraus sich spezifische musikalische Formen entwickelt haben, die für die therapeutisch intendierte musikalische Improvisation nützlich sind. Die drei Spezialveranstaltungen sollen schließlich Anregungen vermitteln, sich tiefer und gezielter mit musikhistorischen Fragen zu befassen und entsprechende Literatur unter den vorgegebenen Kriterien lesen zu können.
Es werden folgende musikhistorische Zeiträume betrachtet:
– 16. bis 18. Jahrhundert mit Monteverdi, Frescobaldi, Sweelinck, Schütz, Praetorius, Buxtehude, Bach, Händel, Vivaldi, Corelli
– 18. und 19. Jahrhundert mit Vorklassik, Wiener Klassik, Schubert, Schumann, Brahms, Wagner, Bruckner, Tschaikowski
– 20. und 21. Jahrhundert mit Mahler, Berg, Schönberg, Strawinsky, Bartok, Sibelius, Ravel, Schostakowitsch, Pärt, Lutoslawski
Im Einführungskurs möchten wir die Interessenten unserer Ausbildung über das musiktherapeutische Konzept und über Art und Inhalt der Musiktherapieausbildung an der Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen informieren.
Über eigenes Erleben und Information erhalten Sie Einblick in die verschiedenen musiktherapeutischen Handlungsformen und ihre Anwendungsmöglichkeiten in medizinischen, sozialen, pädagogischen und präventiven Arbeitsfeldern.
Die Gruppensingtherapie spielt eine sehr wichtige Rolle im musiktherapeutischen Konzept und ist eine der ältesten musiktherapeutischen Methoden. Therapeutisches Singen erfordert vom Therapeuten fundierte gruppendynamische Kenntnisse und musiktherapeutisches Handwerk.
Schwerpunkte
— Didaktik der therapeutisch gestalteten Großgruppe
— Therapeutisches Singen als Selbstausdruck und Gemeinschaftserlebnis
— Umgang mit Liedern, insbesondere mit Kanons, als improvisatorisch zu gestaltendes, kooperatives Gemeinschaftserlebnis
— Vermittlung musikhandwerklicher Fähigkeiten
— Erarbeitung von Handlungsansätzen für unterschiedliche Gruppenvoraussetzungen.
Klassische musikalische Formen, wie Kanon, Rondo, Suite, Ricercare, Konzert u.a., haben sich im Laufe der Geschichte als vereinbarte Formen sozialer Interaktion herausgebildet und können in der Instrumentalimprovisation für therapeutische Anliegen genutzt werden. Es soll ihr historischer Bezug, ihre Anwendung, ihre Indikation und Umsetzung in therapeutische Situationen deutlich werden. Diese Spezialveranstaltung ist als Weiterbildung für Musiktherapeuten gedacht, die Instrumentalimprovisation in der Psychiatrie, Geriatrie, Psychosomatik sowie im Sozialbereich und in der Pädagogik anwenden bzw. anwenden wollen. Sie besteht aus zwei aufeinander aufbauenden Wochenendveranstaltungen, wobei das erste Wochenende dem Kennenlernen, Gestalten und Erfahren der musikalischen Formen über Rezeption und Instrumentalimprovisation gilt und die nachfolgende Veranstaltung vor allem die indikatorische und die didaktische Seite ihrer Umsetzung zum Thema hat.
Bildgestalten mit Musik regt therapeutisches Geschehen in zwei Richtungen an:
Zum einen ermöglicht es die Verbesserung des sinnlichen Realitätsbezugs und damit eine Erweiterung der Erlebnis- und Wahrnehmungsfähigkeit, und zum anderen kann es blockierte seelische Probleme in Gang bringen.
Schwerpunkte
— Malen und Zeichnen als lustvolles, kreatives Geschehen
— Erprobung von verschiedenen Techniken und Ausdrucksformen
— Bildgestalten als Beziehungsaufnahme zur Realität bzw. Umwelt
— Bildgestalten als seelischer Ausdruck
— Bildgestalten als Beziehungsaufnahme zu anderen Menschen
— Therapeutisches Umgehen mit Bildmaterialien – verbales Feedback
— Funktionen der Musik, Auswahlkriterien
Bei dieser Spezialveranstaltung muss die Teilnehmerzahl aus Effektivitätsgründen begrenzt werden. Rechtzeitige Anmeldung ist daher notwendig.
In dieser Spezialveranstaltung geht es um die Möglichkeiten und Grenzen dieser Handlungsform innerhalb des musiktherapeutischen Konzepts, auch im Vergleich mit der Bewegungsimprovisation nach „klassischer Musik“. Es werden Gruppentänze unterschiedlicher Art erlernt und selbst improvisatorisch (weiter)entwickelt sowie ihre Möglichkeiten für therapeutische Situationen theoretisch und praktisch diskutiert.
Die therapeutische Handlungsform der Rezeption von Musik hat eine zentrale Bedeutung zum einen bei rezeptiven Verfahren (Regulative Musiktherapie, Wahrnehmungstraining mit Musik), zum anderen aber auch bei Verfahren der aktiven Musiktherapie (z.B. Bewegungsimprovisation nach „klassischer Musik“, Bildgestalten mit Musik, Tänzerische Musiktherapie).
Deshalb kommt therapeutisch intendierten Auswahlkriterien von Musik eine zentrale Bedeutung zu.
Schwerpunkte
— Erkennen und Beschreiben von musikalischen Strukturen und deren Bedeutung als Voraussetzung für die Anwendung von Musik in therapeutischen Situationen
— Situative und habituelle Bedingungen als Voraussetzungen für die Auswahl von Musik in therapeutischen Situationen
— Musik als außermusikalischer Bedeutungsträger.
Hier ist die Teilnehmerzahl aus Effektivitätsgründen begrenzt. Rechtzeitige Anmeldung ist daher notwendig.
Das Kausalitätsprinzip ist für Musiktherapeuten, die in einem multiprofessionellen Team arbeiten, von großer Bedeutung. Es bietet als methodologisches Instrument für die Planung und Durchschaubarkeit musiktherapeutischer Prozesse eine sichere Grundlage, auf der es möglich wird, in der konkreten Situation flexibel und auf die Notwendigkeiten und Bedürfnisse des Patienten/Klienten orientiert, zu arbeiten.
Diese Veranstaltung richtet sich an alle Absolventen der Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen, die ihr Wissen auffrischen und für die Praxis anwendungsbereit machen möchten. Eigene Praxisbeispiele sind willkommen.
Das Musiktherapiekonzept nach Christoph Schwabe favorisiert die therapeutische Potenz der Gruppe und ihres Prozesses als Entwicklungsraum für das Individuum. Deshalb wird in der Ausbildung, sowohl in der Selbsterfahrung als auch in der Theorie, das Hauptaugenmerk auf diese Thematik gerichtet. Die Praxis zeigt aber, dass sowohl aus indikatorischen als auch aus institutionellen Gründen, die Arbeit in der Dyade (Zweierbeziehung) eine wichtige Arbeitsform darstellt.
In dieser Spezialveranstaltung sollen die Gesetzmäßigkeiten, Möglichkeiten und Grenzen der musiktherapeutischen Arbeit in der Dyade näher beleuchtet werden, wobei es sowohl um die theoretisch-didaktischen als auch um die konkreten praktischen Seiten dieser Arbeit gehen soll. Die Veranstaltung ist offen für Musiktherapeuten, die bereits Erfahrungen mit dieser Arbeitsform haben und für solche, deren (zukünftiges) Arbeitsgebiet die Arbeit in der Dyade erforderlich macht. Für Ausbildungsteilnehmer stellt die Veranstaltung eine wichtige Ergänzung zum Curriculum dar.
Gegenstand dieser Veranstaltung ist die Betrachtung bedeutender Erkrankungen im psychiatrischen Arbeitsfeld unter symptomatologischem, strukturdiagnostischem und psychodynamischem Aspekt mit dem Ziel, wesentliche Faktoren des musiktherapeutischen Handlungsansatzes zu fixieren. Dabei stehen die Major Depression, die somatoformen Störungen sowie die ich-strukturellen Störungen (Persönlichkeitsstörungen) im Vordergrund. Es wird Raum für Fragen geben, die sich allgemein um das Arbeitsfeld Psychiatrie ranken. Instrumental- und Bewegungsimprovisation werden, wenn nötig, Oasen in der „theoretischen Wüste“ sein.
Musiktherapie ist bekanntermaßen in Deutschland keine anerkannte Therapieform, und sie ist nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen verankert. Trotzdem ist sie in einer ganzen Reihe von Kliniken und sozialen Einrichtungen erfolgreich etabliert, und es bestehen auch darüber hinaus immer wieder Möglichkeiten der musiktherapeutischen Arbeit, wenn man sich im System der sozialen Sicherung in Deutschland auskennt.
Dazu gehören z.B. die folgenden Fragen: Was muss man über das Heilpraktikergesetz wissen? Wo gelten die Heilmittelrichtlinien? Wann spricht man von einer Behinderung? Wie kann Musiktherapie in die Frühförderung integriert werden? Wie ist die Zuständigkeit der Kostenträger geregelt? Wie verhalten sich gesetzliche Krankenkassen, wie Privatkassen? Wie steht es mit Honoraren oder Zuzahlungen? etc.
Dieses Seminar soll dazu beitragen, die Unsicherheiten und Grauzonen in der musiktherapeutischen Arbeit zwischen Festanstellung, Honorarverträgen und freiberuflicher Tätigkeit zu verringern und anhand von praktischen Übungen, Sicherheit im Umgang mit Institutionen und Behörden zu erlangen. Dabei sind Erfahrungen und Beispiele aus der eigenen Arbeit ausdrücklich erwünscht.
In diesem Workshop soll es, ausgehend vom Kausalitätsprinzip musiktherapeutischen Handelns, um die Möglichkeiten gehen, die Musiktherapie für Menschen hat, die an Demenz leiden. Was kann man trotzdem tun, auch wenn die Krankheit unheilbar ist?
Ausgehend vom Krankheitsbild Demenz und der psychosozialen Situation der Klienten, werden wir uns mit dem therapeutischen Zugang zu ihnen sowie geeigneten Strategien und Handlungsangeboten beschäftigen. Hierbei spielt auch die Haltung und Funktion des Therapeuten eine zentrale Rolle.
Außerdem wird es Gelegenheit geben, sich über eigene Erfahrungen und Fragen bezüglich der praktischen Arbeit auszutauschen.
Die Veranstaltung soll über diagnostisches Handeln mit musiktherapeutischen Mitteln informieren, Möglichkeiten der Dokumentation von Eingangs-, Prozess- und Abschlussdiagnostik aufzeigen und die Möglichkeit bieten, eigene Erfahrungen und Beispiele diagnostischer musiktherapeutischer Arbeit vorzustellen sowie Modelle diagnostischer Arbeit und Dokumentation weiterzuentwickeln.
Zielgruppe
Studenten und Absolventen der Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen, Musiktherapeuten aus dem sozialen, klinischen und pädagogischen Bereich. Die Supervision wird als Supervision des einzelnen in der Gruppe, auf Wunsch aber auch als Einzelsupervision, angeboten.
Sie erfolgt für
— methodenspezifische Fragen
— Integrationsbedingungen von Musiktherapie in unterschiedliche institutionelle Kontexte und in komplexe Handlungssysteme und die dabei auftauchenden Schwierigkeiten
— Beziehungsproblematik in den Situationen: Therapeut-Patient, Therapeut-Gruppe, Therapeut-Mitarbeiter(-team) und Therapeut-Leitungsebene
— Die Supervisionsveranstaltungen bieten den Teilnehmern außerdem die Möglichkeit der Psychohygiene über musiktherapeutische Aktivitäten innerhalb der Teilnehmergruppe.
Die Stimme von Musiktherapeuten wird im Alltag sehr beansprucht – sprechend und singend.
Oft wird dabei die Selbstkontrolle vergessen. Die Stimme muss funktionieren und wird dadurch zum Teil überstrapaziert.
Anliegen der Veranstaltung ist es, Wege zu finden, die eigene innere Bewegung beim Tönen und Singen wahrzunehmen und die Stimme mühelos lebendiger klingen zu lassen.
Dabei geht es auch um Themen wie:
— Auflösen von Begrenzungen, Einengungen und Fehlspannungen, die infolge von Gewohnheiten, Ängsten oder Leistungsdruck entstehen
— Bessere Nutzung von Atmung, Haltung und Stimme in ihren Zusammenhängen
Dies alles soll geschehen über Wahrnehmen, Hören, Fühlen, Stimmimprovisation, viel Singen und Erfahrungsaustausch.
Bitte eine Decke oder Liegeunterlage mitbringen.

Alle kommenden Weiterbildungsveranstaltungen im Überblick

Musiktherapie in der Dyade

Musiktherapie in der Dyade

Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen, Bahnhofstr. 31, 07639 Bad Klosterlausnitz
Supervision

Supervision

Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen, Bahnhofstr. 31, 07639 Bad Klosterlausnitz
Bildgestalten mit Musik

Bildgestalten mit Musik

Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen, Bahnhofstrasse 31, 07639 Bad Klosterlausnitz
Supervision

Supervision

Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen, Bahnhofstr. 31, 07639 Bad Klosterlausnitz
Gruppensingtherapie

Gruppensingtherapie

Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen, Bahnhofstr. 31, 07639 Bad Klosterlausnitz
Musiktherapie in der Dyade

Musiktherapie in der Dyade

Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen, Bahnhofstr. 31, 07639 Bad Klosterlausnitz
Regulative Musiktherapie

Regulative Musiktherapie

Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen, Bahnhofstr. 31 07639 Bad Klosterlausnitz
Supervision

Supervision

Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen, Bahnhofstr. 31, 07639 Bad Klosterlausnitz

Zeiten

Die Veranstaltungen finden jeweils an einem Wochenende statt.
Beginn: Freitag 19 Uhr
Ende: Sonntag 12 Uhr

Abschluss

Nach erfolgreichem Abschluss des Weiterbildungskurses erhalten die Teilnehmer ein Teilnahmezertifikat mit Angabe von Art und Umfang der Studieninhalte.

Anmeldung

Ihre Anmeldung richten Sie bitte an die
Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen
Fachklinik Klosterwald
Bahnhofstr. 31
07639 Bad Klosterlausnitz
oder per mail  info@musiktherapie-crossen.de